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Besuch von Whisky - Brennereien mit Bewertung - IRLAND

(Brennerei-Touren in Schottland siehe hier)
(Brennerei-Touren in den USA und Kanada siehe hier)

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Einführung
Zu Brennerei-Touren im Allgemeinen finden Sie Hinweise auf der Seite über die Brennerei-Führungen in Schottland. Hier gehe ich nur ganz kurz auf die Unterschiede in Irland ein: In Irland gibt es generell erheblich weniger Brennereien als in Schottland. Dementsprechend liegen die Brennereien viel weiter auseinander, da sie über das gesamte Land verteilt sind (Ausnahme sind Kilbeggan und Tullamore Dew, die mit nur 15 Kilometern Distanz sehr nahe beieinander liegen). Da der größte Teil des irischen Whiskeys in Großbrennereien hergestellt wird, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, handelt es sich bei den "Whiskey-Attraktionen" teilweise nur um Museums-Brennereien bzw. reine Besucherzentren, die über den Whiskey bzw. seinen Produktionsprozess informieren, was zwar das Live-Erlebnis einer Brennerei vermissen lässt, häufig aber dennoch gut gemacht ist. Generell liegen die Eintrittspreise für die Brennereien in Irland oft erheblich höher als in Schottland - auch in Schottland sind die Preise in den letzten Jahren zwar gestiegen, jedoch wird in Irland oft deutlich mehr verlangt; hier ist kaum eine Whiskey-Attraktion unter EUR 10,-- erhältlich. Dennoch lege ich bei meiner Bewertung hier die gleichen Maßstäbe wie in Schottland an: Eine durchschnittliche Führung sollte nicht mehr als GBP 5,--/EUR 6,-- kosten - dies würde dann eine Bewertung von drei Sternen (***) rechtfertigen. Wenn die irischen Brennereien mehr nehmen, müssen sie dann eben auch mehr bieten, um drei Sterne zu erhalten. Dies erklärt auch die im Durchschnitt schlechter liegenden Bewertungen der Brennerei-Touren im Vergleich zu Schottland - auch hier wird das Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet, und zwar nach den gleichen Maßstäben wie in Schottland.


Die Brennerei-Touren in Schottland befinden sich auf einer eigenen Seite!

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Ranking

Hier gibts eine Übersicht der Brennerei-Touren, nach Bewertung sortiert. Die Sortierung erfolgt in der Reihenfolge der Bewertung. Unterhalb dieses Abschnitts werden die Touren im Einzelnen beschrieben. Die Links in der Ranking-Tabelle erlauben einen direkten Sprung zur Beschreibung der Tour.

BrennereiBewertungPreisBemerkungen
Walsh****+EUR 15,--
Tullamore Dew****EUR 8,--Standard-Tour; reines Besucherzentrum, keine Brennerei
Connacht****-EUR 15,--
Kilbeggan***EUR 14,50"Silver-Medal"-Tour (geführte Tour)
Dingle***EUR 10,--
Kilbeggan***EUR 8,--"Self-Guided-Tour" (Besuch ohne Führung)
Teeling***-EUR 14,--
Irish Whiskey Museum**+EUR 16,--nur Museum, keine Brennerei
Bushmills**+GBP 7,50
Tullamore Dew**EUR 25,--"Whiskey Wise Masterclass"-Exklusivtour
Old Jameson Distillery*+EUR 14,--Besucherzentrum/Ausstellung zum Thema Jameson Whiskey
Jameson Experience*EUR 13,--stillgelegte Museums-Brennerei

Beschreibung der Touren

Bushmills (2016, **+)
Bushmills Whiskey Distillery Whisky Tour
Die nach eigenen Angaben älteste Brennerei Irlands (was jedoch nicht nachgewiesen werden kann und von Historikern bezweifelt wird) liegt gleich in der Nähe des berühmten Naturwunders "Giants Causeway" an der Nordküste Nordirlands. Es handelte sich bis vor kurzem um die einzige Brennerei Nordirlands - durch zwei Neueröffnungen gibt es mittlerweile insgesamt drei Brennereien in Nordirland. Die Brennerei verfügt über ein großes Besucherzentrum mit Cafe und Bar.
Besichtigung: Mashtun, Washbacks, Stillhouse, Fasslager (nicht Warehouse!), Abfüllanlage
Dram: Wahlweise Bushmills Original Blend, Bushmills "Black Bush", Bushmills 10 Years, Bushmills 12 Years (nur in der Brennerei erhältlich).
Fotografie: Nicht erlaubt
Preis: GBP 7,50
Bewertung: Für den Irland-üblichen überdurchschnittlichen Preis ist die Tour relativ kurz und oberflächlich, und auch der Tour-Guide war nicht besonders gut informiert und musste bei etlichen Fragen passen oder teils sogar bei einfachen Fragen beim Brennerei-Personal nachfragen. Schön ist allerdings, dass man eine produzierende Brennerei zu Gesicht bekommt und nicht nur ein Museum, was in Irland längst nicht selbstverständlich ist. Man bekommt kein Warehouse zu sehen, sondern das Fass-Lager, in dem die leeren Fässer vor ihrer Verwendung gelagert werden, allerdings wird hier relativ detailliert über die Fassreifung informiert. Eine Besonderheit ist der Besuch einer professionellen Flaschenabfüllanlage - zwar eine eher technische Sache, jedoch kann man dies seit der Schließung der Abfüllanlage in Glenfiddich für Besucher ansonsten nur noch bei Bruichladdich, Springbank und Glen Grant sehen. Ebenfalls positiv ist die große Auswahl an Drams am Ende der Tour - alternativ zum Whiskey kann auch ein "Hot Toddy" oder ein Softdrink bestellt werden. Insgesamt also ein sehr zwiespältiger Eindruck: Der eher hohe Tourpreis und die oberflächliche Tour mit schlecht informiertem Guide werden durch einige positive Dinge wieder etwas ausgeglichen, daher **+ (in 2013 war der Tourguide noch besser informiert und die Tour geringfügig billiger - damals gab es ***-).

Connacht (2016, ****-)
Diese Brennerei liegt im Ballina (County Mayo) im Nordosten Irlands, einer eher schwach bevölkerten Region. Sie wurde im Jahr 2016 eröffnet und verfügt über ein kleines Besucherzentrum mit Shop und Tasting-Bar. Besuche besser voranmelden, da es nur 4-5 Touren pro Woche gibt.
Besichtigung: Mash-Tun, Washbacks, Stillhouse
Dram: Wodka, Potcheen, ein 10 Jahre alter Single Malt in Fass-Stärke (woanders hergestellt, aber von Connacht abgefüllt und vertrieben), sowie eine Fassprobe eines einige Monate gereiften New Make.
Fotografie: Erlaubt.
Preis: EUR 15,--
Bewertung: Eine Tour mit Herzblut - hier steht man hinter dem produzierten Whisky, und das merkt man auch im Tourverlauf. Die Tour ist ziemlich ausführlich, auch wenn ich mir an einigen Stellen tiefergehende Erläuterungen gewünscht hätte - auf Nachfrage konnte jedoch auch hier kompetent Auskunft gegeben werden. Das Tasting ist mit 4 Proben großzügig, allerdings gibt es jeweils nur eine kleine Menge. Insgesamt würde ich daher sagen: Grundsätzlich eine sehr gute Tour (Dauer incl. Tasting: 1,5 bis 2 Stunden!), für die man u.a. aufgrund des ausführlichen Tastings auch den hohen Preis durchgehen lassen kann - kleine Abstriche gibt es für die kleinen Oberflächlichkeiten auf der Tour, daher ****-

Dingle (2016, ***)
Bei dieser im Jahr 2012 eröffneten Brennerei handelte es sich um die erste "neue" Brennerei in Irland (sieht man von der Installation einer Mikro-Brennerei in Kilbeggan ab), und vor allem um die erste, die wieder in irischem Besitz war. Kein richtiges Besucherzentrum, aber zweimal täglich werden Führungen angeboten. Sicherheitshalber sollte man reservieren. Man hat noch nicht einmal eine Lizenz, den eigenen Alkohol zu verkaufen - lediglich Bücher und Whiskey-Gläser stehen zum Verkauf. Daran sieht man ein wenig, dass hier noch sehr improvisiert wird.
Besichtigung: Mash-Tun, Washbacks, Stills, lagernde Fässer (von "Warehouse" würde ich nicht sprechen - aber in der gesamten Halle lagern Fässer).
Dram: New make des Single Malt Whiskeys, sowie wahlweise ein Gin oder ein Wodka auf Eis mit Zitrone.
Fotografie: Erlaubt
Preis: EUR 10,--
Bewertung: Auch wenn man kein "richiges" Besucherzentrum hat, erfolgen die Führungen mit Herzblut. Leider sind sie in Bezug auf die Whiskey-Herstellung sehr oberflächlich (z.B. werden die Trennung des Destillats in Foreshot, Middle-Cut und Feints nicht erklärt), wobei der Guide auf Nachfrage auch in die Tiefe gehen kann. Dies wird allerdings mehr als ausgeglichen durch ausführliche Infos über die Geschichte des irischen Whiskeys, die mit vielen unterhaltsamen Anekdoten ausgeschmückt wird. Einen Whiskey hat die Brennerei noch nicht im Programm, daher kann derzeit nur der New Make probiert werden - da die Brennerei jedoch auch Gin und Wodka herstellt, bekommt man auch eine Probe eines dieser Produkte. Insgesamt würde ich die Führung als gut bezeichnen, auch wenn sie Lücken bei der Whiskey-Herstellung hatte. Der überdurchschnittliche (aber für irische Verhältnisse fast noch akzeptable...) Preis ist dafür gerechtfertigt - daher ***.
Irish Whiskey Museum (2016, **+)
Seit 2014 findet sich an einer touristisch hervorragend erschlossenen Ecke von Dublin (Nähe Trinity-College / Book of Kells und Grafton Street) das Irish Whiskey Museum. Es handelt sich um eine Ausstellung über die Geschichte und Entwicklung des irischen Whiskey. Ein Shop und Cafe mit Whiskey-Bar sind vorhanden.
Besichtigung: Museum mit Ausstellungsgegenständen, kleinen Filmsequenzen und einem Guide, der erläutert, sowie angeleitetes Whiskey-Tasting.
Dram: Drei irische Whiskeys verschiedener Art, z.B. Grain-Whiskey, Single Malt Whiskey, Pot Still Whiskey. Gegen Aufpreis kann ein vierter Whiskey probiert werden und man darf sein Glas behalten.
Fotografie: Erlaubt.
Preis: EUR 16,--
Bewertung: Eigentlich war ich zunächst positiv überrascht. Erwartete ich nach dem ersten Ausstellungsraum doch ein wenig "Kitsch", wurden die (allerdings auswendig abgespielten) Erläuterungen des Guides durch Ausstellungsstücke und Film-Sequenzen unterstützt und trugen daher dazu bei, die Erläuterungen des Guides zu veranschaulichen. Leider ist die Menge der vermittelten Fakten doch "sehr groß" und geht teilweise zu schnell, so dass für Laien an manchen Stellen das Verständnis auf der Strecke bleiben kann... Ärgerlich fand ich zudem, dass auch hier teils falsche Informationen gegeben wurden, z.B. dass man früher das Malz an der Luft statt in der Darre trocknen ließ (bis das getrocknet wäre, hätte der Keim die Stärke aufgegessen, so dass man keinen Malzzucker mehr aus dem Malz gewinnen kann), oder dass 80% aller schottischen Whiskys torfig schmecken (die meisten schottischen Whiskys sind nicht oder nur derartig schwach getorft, dass man das nicht herausschmeckt). Drei Whiskeys zum Abschluss sind recht viel, allerdings fallen die Drams eher klein aus. Für den sehr hohen Eintrittspreis kann daher das Gesamtpaket nicht so recht überzeugen: **+.
Jameson Experience / Old Midleton Distillery (2013, *)
Jameson Whiskey Distillery Whisky Tour Cork
In Midleton bei Cork steht nicht nur die größte Whiskey-Brennerei Irlands, in der die bekanntesten Sorten des irischen Whiskey hergestellt werden (Jameson, Paddys, Powers), sondern direkt davor die "Old Midleton Distillery", in der das Besucherzentrum der "Jameson Experience" untergebracht ist. Es handelt sich hierbei um eine stillgelegte Brennerei, die zu einem Museum umgebaut wurde. Neben einer Bar und einem Shop befindet sich hier auch ein Restaurant.
Besichtigung: Stillgelegte Brennerei, u.a. mit Mash-Tun, Stillhouse, Küferei
Dram: Jameson Blended Whiskey, alternativ ein Jameson-Cocktail
Fotografie: Erlaubt
Preis: EUR 13,--
Bewertung: Eine relativ ordentliche, aber eher oberflächliche Tour, die eher auf die alten Gebäude als auf die Whiskey-Herstellung eingeht - letztere wird zwar an einzelnen Stationen erklärt, aber nicht besonders ausführlich. Schade ist auch, dass es sich nicht um eine arbeitende Brennerei handelt, sondern nur um ein Museum - so werden z.B. die Washbacks nur von unten gezeigt; es existiert zwar zusätzlich ein Washback-Modell, in dem die Gärung simuliert wird, allerdings wird auf der Tour nichts an diesem Modell erklärt - man geht einfach daran vorbei, und der Unwissende fängt mit diesem Ausstellungs-Gegenstand nichts an. Beim Dram handelt es sich dazu noch um den preisgünstigsten Jameson-Blend - höherwertige Whiskeys können nur gegen Bezahlung (und das zu ziemlich gesalzenen Preisen - den Jameson 12 Jahre habe ich in einem Pub im teuren Temple-Bar-Viertel in Dublin günstiger bekommen!) probiert werden. Am Ende der Tour erhalten einzelne "Freiwillige" noch die Möglichkeit, an einem Spezial-Tasting teilzunehmen, in dem der Jameson-Whiskey mit einem Scotch Whisky und einem Bourbon-Whiskey verglichen wird - allerdings bekommen dies nur einzelne Tour-Teilnehmer, nicht die gesamte Gruppe (also aufmerksam sein und sich schnell melden, wenn der Guide Freiwillige sucht). Die Touren erfolgen bei entsprechender Nachfrage (Reisebusse!) auch in sehr großen Gruppen - man hat hier kein Problem damit, über 30 Leute in eine Tour hineinzupacken, was natürlich den Raum für individuelle Fragen stark einengt. Für einen (wegen der Marken-Werbung angemessenen) Preis von EUR 5,-- wäre das Gebotene in Ordnung - beim völlig überzogenen Tour-Preis von EUR 13,-- kann ich jedoch nur sagen: Achtung Touristenfalle - man vergleiche z.B. mal, was für eine hervorragende Tour man bei der übrigens zum selben Konzern gehörenden Aberlour-Brennerei zu einem ähnlichen Preis geboten bekommt; in Schottland bekommt man zu diesem Preis offensichtlich hervorragende Touren hin! Hier ist jedenfalls die Niedrigst-Wertung fällig: *.
Zur Buchung der Jameson-Tour (Online-Buchung mit direkter Bestätigung)

Kilbeggan (2013 / 2016, *** / ***)
Kilbeggan Whiskey Distillery Whisky Tour Lockes
Im Gegensatz zu Bushmills kann diese Brennerei ihr Gründungsdatum nachweisen, so dass es sich bei ihr um die älteste noch (besser: wieder!) produzierende Whiskey-Brennerei in Irland handelt - im Endeffekt sogar um die älteste noch existierende Whisk(e)y-Brennerei der Welt! Kleines Besucherzentrum mit Restaurant und Whiskey-Bar. Es werden verschiedene Touren angeboten; geführte Touren gibt es jedoch nur beschränkt bzw. nur nach Voranmeldung. Eine "self-guided tour" ist zu den Öffnungszeiten jederzeit ohne Anmeldung erhältlich.
Besichtigung: Brennerei-Museum incl. altem Equipment und in Betrieb befindlichen Wasserrad, Mashtun, Washbacks, Stillhouse
Dram: SELF-GUIDED-TOUR: Kilbeggan Blended Whiskey; SILVER-MEDAL-TOUR: Kilbeggan Grain 8 Jahre, Kilbeggan Blended Whiskey und Lockes Single Malt 8 Jahre
Fotografie: Erlaubt, außer im Still-House der "Boutique"-Distillery
Preis: SELF-GUIDED-TOUR: EUR 8,--; SILVER-MEDAL-TOUR: EUR 14,50
Bewertung: SELF-GUIDED-TOUR: Man erhält eine schriftliche Beschreibung einzelner numerierter Stationen, die man in der Brennerei wiederfindet. Das Besondere an dieser Brennerei ist, dass sie eine arbeitende Brennerei und ein Museum vereint. Zunächst geht man durch das Museum, wo altes Equipment ausgestellt ist und beschrieben wird. Überall sieht man alte Zahnräder in Bewegung, die durch das in Betrieb befindliche Wasserrad angetrieben werden - sehr schön gemacht und äußerst stimmungsvoll! Da die Brennerei seit 2007 auch wieder Whiskey produziert, kann man anschließend auch die in Betrieb befindlichen Teile der Brennerei besuchen. Ziemlich einmalig ist, dass man auch durch die arbeitende Brennerei ohne Führung durchlaufen kann - dies hat den Vorteil, dass man selbst das Tempo bestimmt, mit dem man durch de Brennerei geht. Allerdings ist hier auch der Nachteil dieser Tour zu sehen: Es fehlt einfach ein Guide für Rückfragen. Die Vermittlung von Wissen über den Herstellungs-Prozess bleibt daher im Vergleich zu anderen Brennereien etwas zurück. Da auch der Abschluss-Whiskey nur der einfache Blend ist, ist der Preis - insbesondere dafür, dass noch nicht mal ein Führer dabei ist - sehr hoch; andererseits ist das Museum sehr einzigartig; daher: ***.
SILVER-MEDAL-TOUR: Hier wird man von einem Tour-Guide begleitet, so dass die einzelnen Stationen und Prozesse der Whiskey-Herstellung zunächst in der Museums-Brennerei und anschließend nochmals in der Boutique-Brennerei erklärt werden. Die Erklärungen sind vollständig, gehen allerdings nicht sonderlich in die Tiefe, so dass die Tour relativ zügig durchgeführt wird. Nach der Tour kann man nach Belieben allerdings nochmals sämtliche Teile der Brennerei besuchen (wie bei der SELF-GUIDED-TOUR, nur ohne Beschreibung); insbesondere das Wasserrad wird während der geführten Tour nicht gezeigt, so dass man dieses auf jeden Fall nochmals besuchen sollte. Leider wird auch der ausgestellte Column-Still nicht genauer beschrieben, was sehr schade ist. Die ausgeschenkten Drams im Tasting sind recht großzügig, allerdings handelt es sich allesamt um eher einfache und relativ preisgünstige Whiskeys. Eines der Gläser darf man als Souvenir behalten (Fahrer bekommen statt des Tastings eine Miniatur Kilbeggan-Whiskey und ein Glas). Ich würde daher sagen, dass die Mehr-Leistungen der Tour den Aufpreis zur Self-Guided-Tour rechtfertigen, mehr allerdings auch nicht. Die Leistungen sind für den hohen Preis oK, so dass ich auch hier *** vergebe.
Old Jameson Distillery (2013, *+)
Jameson Whiskey Distillery Whisky Tour Dublin
Am Stammsitz des meistverkauften irischen Whiskeys in Dublin wird schon längst nicht mehr gebrannt - Jameson wird komplett in Midleton hergestellt. Daher werden Teile des Gebäudes in Dublin für eine Tour und Ausstellung zum Thema Whiskey genutzt. Das Besucherzentrum verfügt ferner über eine Bar, einen Shop und ein Restaurant.
Besichtigung: Führung durch eine Ausstellung zur Jameson Distillery und zur Whiskey-Herstellung
Dram: Jameson Blended Whiskey, alternativ ein Jameson-Cocktail
Fotografie: Erlaubt
Preis: EUR 14,--
Bewertung: Die ganze Sache wird ähnlich aufgezogen wie die "Jameson Experience" in Midleton, mit dem Unterschied, dass man hier keine Museums-Brennerei zeigen kann, sondern durch eine reine Ausstellung geführt wird - und dass der schon in Midleton völlig überzogene Tour-Preis hier nochmals getoppt wird... Auch hier sind Massen-Führungen mit 30 Personen an der Tagesordnung - allerdings erschien mir die Tour doch etwas vertiefter und grundlegender auf die Whiskey-Herstellung und die Geschichte des Jameson-Whiskey einzugehen. Auch hier gilt: Für eine begrenzte Anzahl Teilnehmer gibt es ein Spezial-Tasting, in dem der Jameson-Whiskey mit einem Scotch Whisky und einem Bourbon Whiskey verglichen wird - auch hier muss man also aufmerksam und schnell sein und etwas Glück haben, wenn der Guide Freiwillige für dieses Tasting sucht. Ansonsten gilt auch hier, dass der Dram das preisgünstigste Produkt der Jameson-Range ist - teurere Whiskeys können an der Bar zu im Vergleich zu lokalen Pubs überhöhten Preisen probiert werden. Daher ist auch hier meine Bewertung klar: Der Tour-Preis ist im Vergleich zum Gebotenen völlig überhöht; da die Tour jedoch streckenweise besser als in Midleton war, fällt die Bewertung geringfügig besser aus: *+.
Zur Buchung der Jameson-Tour (Online-Buchung mit direkter Bestätigung)

Teeling (2016, ***-)
Diese erst 2015 eröffnete Brennerei liegt im Zentrum von Dublin. Die dahinterstehende Familie steht jedoch in der irischen Whiskey-Tradition: Gehörte dem Vater der derzeitigen Besitzer doch die Cooley-Brennerei, bevor diese an Beam Global verkauft wurde. Der ausgeschenkte Whiskey stammt daher derzeit aus den Alt-Beständen der Familie, da die Brennerei noch keinen eigenen Whisky herausgebracht hat (dies ist für frühestens 2020 geplant). Besucherzentrum mit Cafe, Shop und Whiskey-Bar.
Besichtigung: Ausstellung, Mash-Tun, Wachbacks, Stills, kleine Ausstellung zur Fassreifung.
Dram: Teeling "Small Batch" (Whiskey aus Mais und Malt), sowie ein Whiskey-Cocktail.
Fotografie: Erlaubt.
Preis: EUR 14,--
Bewertung: Eine sehr ausführliche Tour, die in die Tiefe geht. Die Guides erklären nicht nur den Herstellungsprozess, sondern auch die Geschichte des Whiskeys in Dublin und in Irland. Vor dem Tasting gibt es die Möglichkeit, in verschiedene Fässer (leer) hereinzuriechen, um den Charakter der verschiedenen Fass-Typen zu erkennen. Eigentlich handelt es sich um eine sehr ausführliche Führung mit motivierten Guides, die eine überdurchschnittliche Bewertung verdient hätte - wenn da nur der sehr hohe Eintrittspreis nicht wäre (und der ausgeschenkte Dram ist winzig - es gibt allerdings noch einen Cocktail dazu). Die Preis-Leistungs-Bewertung liegt daher nur bei ***-.
Tullamore Dew (2013/2016, ****/**)
Tullamore Dew Whiskey Distillery Whisky Tour
Mitten in Tullamore steht das "Tullamore Dew Heritage Center", das in einem Warehouse der ehemaligen Tullamore-Dew-Brennerei untergebracht ist. In Tullamore wurde zwischen 1964 und 2014 kein Whiskey gebrannt - der derzeit unter diesem Namen verkaufte Whiskey wird aus der Großbrennerei in Midleton bezogen. Daher handelt es sich hierbei um ein reines Besucherzentrum ohne Brennerei. Seit 2014 wird zwar in einer eigenen Brennerei in Tullamore Whiskey produziert, allerdings sind hier Touren nur zu exorbitanten Preisen (EUR 150,--) möglich, so dass man sich für Touren weiterhin auf das "Heritage Center" konzentriert.
Besichtigung: Führung durch die Geschichte und den Produktionsprozess von Whiskey anhand einer multimedialen Ausstellung.
Dram: STANDARD-TOUR: Tullamore Dew (Standard Blend), Tullamore Dew Warehouse Selection und Tullamore Dew 12 Jahre Blend; WHISKEY-WISE-MASTERCLASS: Sechs Whiskeys aus der Tullamore-Dew-Range (darunter auch zwei Single Malts)
Fotografie: Erlaubt
Preis: STANDARD-TOUR: EUR 8,-- / WHISKEY-WISE-MASTERCLASS: EUR 25,--
Bewertung: STANDARD-TOUR: Nach einem einführenden Film wird man von einem Guide durch die Ausstellung geführt. Erklärungen des Guide wechseln sich mit Filmen und multimedialen Darstellungen ab - z.B. der Simulation einer Malzdarre oder einer Mash-Tun. Auch alte Exponate (z.B. Brennblasen) sind zu sehen. Die Tour geht bei der Whiskey-Herstellung sehr in die Tiefe - man erfährt hierüber teilweise mehr als bei etlichen Besuchen in arbeitenden Brennereien. Auch das Thema Blended Whisky wird behandelt. Abgeschlossen wird die Führung mit einem Tasting dreier verschiedener Whiskeys - von denen gibt es zwar jeweils nur einen kleinen Schluck, jedoch wird auch hieran nochmals das Thema "Reifung" erklärt und die Vielfalt der Tullamore-Dew-Whiskeys dargestellt. Die Guides sind sehr gut geschult und erklären ausführlich. Aus meiner Sicht die beste Tour zum Thema Whiskey, die man in Irland bekommen kann, auch wenn die Atmosphäre einer in Betrieb befindlichen Brennerei leider fehlt - daher ****. WHISKEY-WISE-MASTERCLASS: Diese Tour wird nur einmal täglich oder nach Voranmeldung für Gruppen angeboten. Im Endeffekt wird die gleiche Ausstellung besucht, wobei die Erläuterungen noch mehr in die Tiefe gehen. Im abschließenden Tasting werden nicht nur drei, sondern ganze sechs Whiskeys verkostet. Generell handelt es sich um eine sehr gute Tour, allerdings ist sie den exorbitanten Preise aus meiner Sicht nicht wert: Die zusätzlichen Erläuterungen und die drei zusätzlichen (wenn auch vergleichsweise hochwertigen) Drams machen den exorbitanten Preis nicht wett. Das Preis-Leistungs-Verhältnis liegt daher nur bei **.
Walsh (2016, ****+)
Diese in 2016 neu eröffnete Brennerei liegt nahe Carlow im Ort Royal Oak. Ein ganzes Gelände mit Gerstenfeldern etc. gehört dazu - mitten darauf steht die moderne Brennerei. Hier wird sowohl Malt, als auch Pot Still, als auch Grain Whiskey destilliert. Kleines Besucherzentrum.
Besichtigung: Film, Cooker, Mash-Tun, Washbacks, Column- und Pot-Stills
Dram: The Irishman Founders Reserve (Blend aus Malt- und Pot-Still-Whiskey)
Fotografie: Erlaubt, außer im Stillhouse (es ist jedoch gestattet, von der Tür aus ins Stillhouse hineinzufotografieren).
Preis: EUR 15,--
Bewertung: Eine ganz hervorragende Besuchererfahrung! Die sehr persönlich gestaltete und extrem ausführliche Tour geht intensiv auf die Hintergründe der Whiskey-Aktivitäten der Familie Walsh, auf die Gründung der Brennerei und auf künftige Pläne ein. Da in dieser Brennerei sowohl Malt- und Pot-Still-Whiskey, als auch Grain-Whiskey gebrannt wird, gibt es hier (einzigartig!) die Möglichkeit, an einem Ort das Equipment für beide Whiskey-Stile anzusehen. Man bekommt daher sowohl eine Mash-Tun, als auch einen Cooker zu sehen, und sowohl Pot-Stills, als auch Column-Stills. Je nach Produktionsprozess kann man in alles hineinschauen oder -riechen - die Tour ist sehr ausführlich. Einziges Manko: Trotz eines sehr hohen Preises gibt es nur einen Whiskey zu probieren - würde mam hier 2-3 Whiskeys servieren, würde ich gerne die Höchstwertung von fünf Sternen vergeben - so erkläre ich diese Brennereitour zur Besten, die Irland zu bieten hat, mit einer Preis-Leistungs-Bewertung von ****+.
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Brennerei-Besichtigungen in Schottland
Anreise nach Irland