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Besuch von Whisky - Brennereien mit Bewertung - USA/Kanada

(Brennerei-Touren in Schottland siehe hier)
(Brennerei-Touren in Irland siehe hier)

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Einführung
Zu Brennerei-Touren im Allgemeinen finden Sie Hinweise auf der Seite über die Brennerei-Führungen in Schottland. Hier gehe ich nur ganz kurz auf die Unterschiede in den USA ein, und da gibt es einige: Nicht nur läuft die Whisky-Herstellung hier oft etwas anders ab; je nach Brennerei ist es oft etwas unterschiedlich, was man auf der Tour zu sehen bekommt - beispielsweise kann der Column-Still oft nicht gezeigt werden, dafür zeigen viele Brennereien ihre Abfüllanlage oder gehen stark auf die Geschichte der Brennerei ein. Die größten Unterschiede zu Schottland / Irland sind:

  • Fotografie ist üblichereweise erlaubt; ich mache daher nur dann Angaben zu diesem Thema, wenn die Fotografie eingeschränkt ist.
  • Es gibt i.d.R. mehrere Drams - diese sind jedoch i.d.R. winzig klein (unter 1cl), denn der Ausschank von mehr als 1 Oz Whiskey (entspricht 28 ml) ist z.B. in Kentucky nicht erlaubt. Damit dürfte die ausgeschenkte Menge bei 3-4 Drams ungefähr der eines "normalen" Drams in Schottland entsprechen. Weniger als 3 Drams gehen bei der Bewertung der Brennerei daher negativ in die Wertung ein, außer diese fallen besonders großzügig aus.
  • Die größte Brennerei-Konzentration gibt es in Kentucky, daher stammen die meisten bewerteten Brennereien auch aus dieser Region.
  • Generell liegen die Eintrittspreise für die Brennereien in den USA oft auf einem ähnlichen Niveau wie in Schottland - durchschnittlich vermutlich sogar etwas darunter, denn es gibt immerhin einige noch kostenlos zu besuchende Brennereien. Bei meiner Bewertung lege ich die gleichen Maßstäbe wie in Schottland an: Eine durchschnittliche Führung sollte nicht mehr als GBP 5,--/EUR 6,--/US-$ 7,50 kosten - dies würde dann eine Bewertung von drei Sternen (***) rechtfertigen. Wenn die US-Brennereien günstiger sind, müssen sie dann eben auch nicht ganz so viel bieten, um drei Sterne zu erhalten. Dies erklärt auch, warum die Brennereien in den USA relativ gut abschneiden - auch hier wird das Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet, und zwar nach den gleichen Maßstäben wie in Schottand.

    Die Brennerei-Touren in Schottland befinden sich hier!
    Die Brennerei-Touren in Irland befinden sich hier!

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    Ranking

    Hier gibts eine Übersicht der Brennerei-Touren, nach Bewertung sortiert. Die Sortierung erfolgt in der Reihenfolge der Bewertung. Unterhalb dieses Abschnitts werden die Touren im Einzelnen beschrieben. Die Links in der Ranking-Tabelle erlauben einen direkten Sprung zur Beschreibung der Tour.

    BrennereiBewertungPreisBemerkungen
    Buffalo Trace*****gratisHard Hat Tour
    Four Roses****+US$ 5,--Gesamtbewertung für Brennerei und separates Warehousing
    Jim Beam****US$ 10,--
    Willett****US$ 7,--
    Barton****gratis
    Buffalo Trace****gratisStandardtour
    Jack Daniel's****-gratis
    Corsair Artisan***+US$ 5,30Standort Bowling Green (Kentucky)
    Maker's Mark***US$ 9,--
    Town Branch***US$ 7,--Kombinierte Tour von Brennerei und Brauerei
    Heaven Hill***-US$ 8,--Mashbill-Tour
    Woodford Reserve**US$ 10,--
    Evan Williams Bourbon Experience**-US$ 12,--Ausstellung und Show-Brennerei

    Beschreibung der Touren

    Barton (2014, ****)
    Die einzige Brennerei innerhalb der Stadtgrenzen von Bardstown, einem Zentrum der Whiskey-Produktion (5 Brennereien im Umkreis von 30 Meilen), ist die Barton-Brennerei. Sie ist vom Zentrum der Stadt fußläufig errreichbar. Das Besucherzentrum beinhaltet einen kleinen Shop.
    Besichtigung: Cooker (von außen), Stills, Warehouse
    Dram: 2 Whiskeys
    Preis: kostenlos
    Bewertung: Der Tour-Guide brachte seine Überzeugung vom Produkt und vom Bourbon-Whiskey allgemein sehr gut herüber und erklärte gut, konnte Detailfragen allerdings nicht beantworten. Schade ist auch, dass man die Cooker nur von außen durch ein Fenster und die Fermentation-Tanks gar nicht zu Gesicht bekommt. Allerdings werden die hier ablaufenden Prozesse ausführlich erklärt, so dass ich die Tour nicht als unvollständig ansehen würde. Interessant ist dagegen der Besuch des mehrstöckigen Still-Houses, um den Column-Still anzusehen. Auch im Warehouse werden viele Informationen gegeben. Daher würde ich sagen: Die Tour ist kostenlos, dies gleicht die kleinen Schwächen der insgesamt doch vernünftigen Tour mehr als aus - Preis-Leistung liegt daher bei ****.

    Buffalo Trace (2014, **** / *****)
    Bei Frankfort in Kentucky liegt die Buffalo Trace Distillery, die auch "National Historical Landmark" ist (eine Art Denkmalschutz). Hier werden verschiedene Whiskey-Marken hergestellt - neben Buffalo Trace z.B. auch Blanton's und van-Winkle, was u.a. damit zusammenhängt, dass die Gebäude verschiedene Whiskey-Brennereien beherbergten. Im Besucherzentrum mit Shop findet man auch eine kleine Ausstellung. Neben der Standard-Tour werden auch weitere Touren angeboten (z.B. Warehouse-Tour, Hard-Hat-Tour, National-Historical-Landmark-Tour), die jedoch nur 1-2x täglich mit einer begrenzten Besucherzahl durchgeführt werden, so dass hier eine Voranmeldung dringend notwendig ist.
    Besichtigung: STANDARD-TOUR: verschiedene Ausstellungen, Warehouse, Abfüllanlage // HARD-HAT-TOUR: Produktionsgebäude mit Cooker, Fermentation-Tanks, Stills, evtl. Warehouse
    Dram: Auswahl von 2 Drams aus vier verschiedenen Flaschen.
    Preis: kostenlos
    Bewertung: STANDARD-TOUR: Extrem motivierte Guides gestalten die Führung sehr interessant und auch witzig - hier lernt und hört man Dinge, die bei Besuch anderer Brennereien nicht erläutert werden. Die beiden Abschluss-Drams sind für US-Verhältnisse sehr großzügig eingeschenkt - und das alles ist auch noch kostenlos. Leider wird der Brau- und Destillier-Prozess weder gezeigt, noch erläutert - daher ist diese ansonsten hervorragende Tour leider unvollständig und verfehlt damit die Höchstwertung: ****.
    HARD-HAT-TOUR: Was der Standard-Tour fehlt, gleicht die Hard-Hat-Tour mehr als aus: Hier werden werden die Produktionsgebäude gezeigt und der Destillationsprozess komplett und in der Tiefe erklärt. Der Blick von den oberen Stockwerken des Stillhouses auf das Gelände ist es schon alleine wert, diese Tour mitzumachen. Wer hier allerdings eine schön anzusehende Traditions-Brennerei erwartet, wird enttäuscht sein - man sieht hier klar die industrielle Groß-Produktion von Bourbon-Whiskey. Die Tour incl. (mit der Standard-Tour identischem) Tasting dauert über 1 Stunde, die Erklärungen sind hochinteressant und das ganze ist ebenfalls kostenlos - daher ist hier die Höchstwertung von ***** fällig,
    Corsair Artisan Distillery (2014, ***+)
    Mitten im Ort Bowling Green an der Interstate 65 im Süden von Kentucky liegt eine der beiden "Corsair-Artisan"-Brennereien - die andere liegt mitten in Nashville / Tennessee. Diese Brennerei kann z.B. ein erster Zwischenstopp auf dem weg ins Herz der Bourbon-Whisky-Herstellung (dem Dreieck Bardstown - Lexington - Louisville) sein, wenn man von Süden (Nashville) anreist. "Artisan" besagt schon, wie sich die Brennerei sieht - als kleine Brennerei, die begrenzte Auflagen vonn Spirituosen herstellt, nicht als Massenbrennerei. Als junge Brennerei möchte man möglichst schnell sein investiertes Kapital zurückbekommen, daher lagert man auch in kleinen (60 Liter) Fässern und stellt auch andere Spirituosen (Gin, Wodka, Absinth) her. Ein geräumiges und großzügiges Besucherzentrum, das fast so groß wie die ganze Brennerei ist, empfängt die Besucher.
    Besichtigung: Stills, Warehouse, Abfüllanlage
    Dram: Freie Auswahl von 4 Tastes aus sämtlichen Produkten der Brennerei
    Preis: US-$ 5,30
    Bewertung: Nach einer recht guten Einführung in die Herstellung des Whiskey geht es in die Brennerei, wo lediglich Brennblase, Abfüllanlage und die paar lagernden Fässer gezeigt werden. Da das "distiller's beer" von der Schwesterbrennerei in Tennessee geliefert wird, gibt es daher leider nicht viel zu sehen, so dass die Tour eher kurz ist und man nebenbei auch auf die anderen hergestellten Produkte (Gin, Wodka etc.) eingeht. Dafür ist das Tasting recht ausführlich und mit 4 frei auwählbaren Drams auch recht vielfältig - auch wenn es jeweils nur eine sehr kleine Probe (unter 1cl) gibt. Insgesamt würde ich die Tour als leicht überdurchschnittlich bewerten - die kurze Dauer wird durch den mäßigen Eintrittspreis und die große Dram-Auswahl und -anzahl wieder ausgeglichen, daher ***+.

    Evan Williams Bourbon Experience (2014, **-)
    An der Main Street in Louisville, der Hauptstadt von Kentucky, liegt die "Evan Williams Bourbon Experience". Diese ist als Besucherattraktion mit einer multimedialen Show zum Thema Whiskey angelegt, beherbergt aber auch eine sehr kleine Brennerei. Natürlich ist auch ein Shop vorhanden.
    Besichtigung: Multimediale Ausstellung und Show-Brennerei
    Dram: Drei Drams aus der Evan Williams-Range.
    Preis: US-$ 12,--
    Bewertung: Das ganze ist leider nur eine Touristen-Falle. Wer nur kurz durch Louisville fährt und einen schnellen und oberflächlichen Überblick über das Thema "Bourbon Whiskey" bekommen will, für den mag das ausreichen. Ansonsten bringt einem der Besuch einer Brennerei (von Louisville würde sich z.B. Jim Beam anbieten) erheblich mehr. Eine multimediale Show führt einen durch die Anfänge der Whiskey-Herstellung in Kentucky. Gleiches erfolgt für den Produktionsprozess, wobei der Guide hier weitere Erläuterungen ergänzt. Danach darf man kurz die "Show-Brennerei" ansehen, bevor man durch eine "Straße" mit rekonstruierten Gebäuden aus dem alten Louisville läuft, die durch den Guide erklärt werden. Dabei wird auch auf das Thema "Prohibition" eingegangen. In einer rekonstruierten Bar findet dann auch das Tasting statt, bevor die Tour auch schon nach knapp einer Stunde zu Ende ist. Aus meiner Sicht eine teure Touristenfalle - der Besuch einer Brennerei ist billiger und häufig auch deutlich informativer. Daher: **-.

    Four Roses Distillery und Warehousing (2014, ****+)
    Die Besichtigung von "Four Roses" teilt sich auf zwei Orte auf: Die eigentliche Brennerei und ihr Besucherzentrum liegen in Lawrenceburg (westlich von Lexington), während die Lagerung und Abfüllung in Cox Creek (nördlich Bardstown), ca. 60km von der Brennerei entfernt, erfolgt. Die Eintrittskarte gilt für die Besuche beider Einrichtungen, solange dies innerhalb von 60 Tagen erfolgt; es spielt dabei auch keine Rolle, welche Einrichtung zuerst besucht wird. In Lawrenceburg steht ein großes Besucherzentrum mit großem Shop und regelmäßigen Touren, während in Cox Creek ein kleines aber feines Besucherzentrum ganz frisch eröffnet wurde - es verfügt über einen Shop und eine Tasting-Bar. Cox Creek ist nur von Montag bis Freitag geöffnet.
    Besichtigung: Brennerei: Film, Cooker, Fermentation-Tanks, Stills // Warehousing: Filling-Store, Warehouse, Abfüllanlage
    Dram: An beiden Locations gibt es je 3 Drams - beide Male allerdings die gleichen.
    Preis: US-$ 5,--
    Bewertung: Die Brennerei-Tour ist relativ ausführlich gehalten, ohne jedoch auf allzu viele Besonderheiten einzugehen - die Tour-Guides sind kompetent, so dass auf Nachfrage alles erklärt werden kann. Die Tour endet mit einem Tasting, bei dem drei Four-Roses-Whiskeys vorgestellt und verkostet werden.
    Bei der Warehousing-Tour erfolgt ein Minibus-Transfer vom Besucherzentrum auf das und innerhalb des Geländes, wo man die einzelnen Gebäude dann besucht. Auch wenn die Tour relativ kurz ausfällt (gibt ja auch nur die "Hälfte" zu sehen), ist sie sehr ausführlich gehalten und geht in die Tiefe - gerade die Dinge, die bei Four Roses anders laufen als in anderen Bourbon-Brennereien (z.B. sehr niedrige Warehouses), werden ausführlich erläutert. Auch nach der Warehouse-Tour wird ein Tasting angeboten, allerdings sind die drei ausgeschenkten Drams identisch zu denen in der Brennerei. Man hat das Gefühl, dass nur ein sehr kleiner Teil der Besucher der Brennerei auch das Warehousing besucht und man sich daher hier richtig ins Zeug legt.
    Bei beiden Touren darf man sein Glas übrigens behalten. Insgesamt bieten die Touren eine sehr gute Besucher-Erfahrung - lediglich die beiden voneinander entfernt liegenden Orte und der Ausschank von identischen Drams sind nicht ganz optimal. Wenn man beide Locations besucht, ist das für den sehr mäßigen Eintrittspreis Gebotene sehr überzeugend - ****+.

    Heaven Hill (2014, ***-)
    Schräg gegenüber vom deutlich kleineren Nachbar "Willett" liegt am südlichen Ortsausgang von Bardstown die "Heaven Hill"-Distillery, wobei es sich strenggenommen nur um das Warehousing und die Abfüllanlage mit angebautem Besucherzentrum handelt - aufgrund ihrer Größe ist sie nicht zu verfehlen; schwieriger ist aufgrund der Größe allerdings, das Besucherzentrum auszumachen, das natürlich auch über einen Shop verfügt.
    Leider handelt es sich hierbei nur zu einem sehr geringen Teil um ein Besucherzentrum im klassischen Sinne, denn wirkliche Brennereitouren können aufgrund der fehlenden Brennerei (der Whiskey wird bei Louisville hergrestellt und per Tanker nach Heaven Hill gebracht) nicht veranstaltet werden. Es gibt eine mit $30 recht teure "Behind the Scenes"-Tour, die nur selten angeboten wird und auch vorgebucht werden muss - hier sieht man den gesamten Warehousing und Filling-Komplex. Bei den anderen Touren handelt es sich teilweise nur um Informationen und Tastings: Man kann hier z.B. Film + einfaches Tasting mit 2 Proben buchen ($5,--) oder eine reine angeleitete Tasting-Session mit 4 luxuriösen Whiskys ($15,--). Bewertet wird hier die "Mashbill-Tour" ($8,--).
    Hervorzuheben ist noch die hervorragende Ausstellung zur Entwicklung des Bourbon, zur Geschichte der Brennerei und zur Bourbon-Herstellung. Diese ist kostenlos zugänglich, und ein Besuch ist sehr lohnenswert!
    Besichtigung: Mashbill-Tour: Film, Warehouse
    Dram: Drei verschiedene Drams.
    Preis: US-$ 8,--
    Bewertung: Während der Film - wie so oft - nur oberflächliche Informationen und etwas Marken-Werbung bietet, ist die Führung an sich überzeugend - der Tour-Guide erklärt ausführlich und mit viel Hintergrundwissen. Auf das Warehousing wird sehr vertieft an verschiedenen Stationen im Warehouse eingegangen und nicht nur kurz hineingeschaut, wie bei anderen Brennerei-Touren. Damit wären wir allerdings auch schon bei den negativen Fakten angekommen: Leider wird auf die Whiskey-Produktion vor der Reifung so gut wie nicht eingegangen. Daher ist die Tour unvollständig, was den durchschnittlichen Eintrittspreis nicht rechtfertigt. Einzig die sehr guten Erläuterungen des Tour-Guide lassen die Tour daher gerade noch knapp die Durchschnittsnote erreichen: ***-.

    Jack Daniel's (2014, ****-)
    In Lynchburg, gut 1 Autostunde südlich von Nashville, liegt die Brennerei des derzeit weltweit meistverkauften Whiskeys: Jack Daniels. Ironischerweise liegt sie in einem "dry county" - einer Region, in welcher der Verkauf von Alkohol verboten ist, nicht jedoch die Herstellung. Das Besucherzentrum verfügt über eine kleine Ausstellung und einen Shop für die Jack Daniel's-Whiskeys - diese können ausnahmsweise hier erworben werden. Andere Souvenirs werden nicht verkauft - hier wird man jedoch problemlos im wenige 100 Meter entfernten Zentrum von Lynchburg fündig, das fast ausschließlich aus Jack Daniel's-Souvenirläden besteht.
    Besichtigung: historische Gebäude, Stills, Fermentation-Tanks, Kohlefilter, Ausstellung zum Thema Holz, Abfüllanlage, Warehouse
    Dram: Keinen - dry county eben... Früher gab man den Besuchern eine Miniatur mit (verschenken ist offenbar erlaubt) - aus Kostengründen wurde das eingestellt. Jetzt gibt es eine Limonade...
    Fotografie: Innnerhalb der Gebäude nicht erlaubt, mit Ausnahme der Abfüllanlage.
    Preis: kostenlos
    Bewertung: Diese Tour hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck... Zum einen ist der Tourverlauf nicht ganz optimal, da er nicht den Schritten der Herstellung folgt - oben unter "Besichtigung" habe ich daher genau die Reihenfolge der Führung angegeben. Die Cooker bekommt man nicht zu sehen, sie werden jedoch kurz erklärt. Ansonsten ist die Tour recht gut und vertieft, da die Guides auch in den Produktion arbeiten (oder gearbeitet haben) und so auch über Hintergrundwissen verfügen - dies geht jedoch nicht über die Kenntnisse des eigenen Whiskeys oder der eigenen Brennerei heraus, wie ich durch Fragen, welche sich auf den Vergleich mit "Straight Bourbon" bezogen, feststellen konnte. Einmalig sind die zu besichtigenden Kohlefilter, durch die das Destillat 5-6 Tage lang läuft - bei "Straight Bourbon" ist das verboten; da man aber hier "Tennessee Whiskey" herstellt, ist man nicht an Auflagen gebunden, die der Bourbon-Whiskey hat, so dass man das hier praktiziert und den Besuchern zeigt. Insgesamt ist die Tour recht lang und ausführlich - die durchaus vorhandenen negativen Fakten (ungünstiger Tour-Verlauf, teilweise fehlendes Hintergrundwissen der Guides, kein Dram, Fotografierverbot) sind jedoch durch den kostenlosen Eintritt verschmerzbar, so dass ich ****- vergebe.

    Jim Beam (2014, ****)
    Nördlich von Bardstown liegt die Jim Beam-Brennerei mit einem großen Visitor Center, Shop und Cafe. Neben der kostenpflichtigen Führung steht auch eine kostenlose "self guided tour" zur Verfügung; diese führt zwar nicht in die Brennerei, jedoch geben verschiedene Gebäude und Ausstellungs-Elemente grundsätzliche Informationen zur Herstellung von Whiskey und zur Geschichte der Brennerei. Sogar das Tasting ist enthalten, das dem der normalen Guided Tour entspricht - hier ist man sehr großzügig.
    Besichtigung: Cooker, Fermentation-Tanks, Stills, Filling-Store, Warehouse, Abfüllanlage
    Dram: 2 Versionen der Jim-Beam-Produkte nach freier Wahl
    Preis: US-$ 10,--
    Bewertung: Hier zeigt sich, dass man auch bei einem überdurchschnittlichen Eintrittspreis eine Tour mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis bieten kann: Die Tour führt sowohl in die "große" Jim-Beam-Brennerei, als auch in die "Boutique Distillery", die für kleine Mengen, exklusive Whiskeys und Experimente genutzt wird. Man kann dadurch deutlich die Unterschiede sehen, und die einzelnen Schritte der Herstellung können dort erläutert werden, wo es besser passt - teilweise sind auch "Hands on"-Erfahrungen möglich (Maismehl in den Cooker schaufeln, Flaschen manuell mit Whiskey ausspülen etc.). Die sehr gut informierten und teilweise auch in der Produktion arbeitenden Guides erklären ausführlich und unterhaltsam - die Tour dauert daher auch 1 1/2 Stunden, in denen keine Langeweile aufkommt. Im Tasting kann man alle in der Brennerei hergestellten Whiskeys probieren (also auch Small Batches, Knob Creek, aromatisierte Versionen) - es gibt zwei Drams nach freier Wahl, die relativ großzügig ausfallen, und man darf sein Glas behalten. Insgesamt ist das Gebotene den überdurchschnittlichen Preis mehr als wert, daher ****.

    Maker's Mark (2014, ***)
    Eine halbe Autostunde südlich von Bardstown in dünn besiedeltem Gebiet liegt die Siedlung Loretto, die auch die Makers Mark Brennerei beheimatet. Die Brennerei wurde sehr schön hergerichtet, die alten Gebäude mit Liebe restauriert und ein parkähnliches Gelände rund um die Brennereigebäude herum angelegt. Sehr großer Shop.
    Besichtigung: Haus der Brennerei-Familie, Cooker, Fermentation-Tanks, Stills, Filling-Store, Warehouse, Abfüllanlage
    Dram: 4 verschiedene Versionen des Maker's Mark
    Preis: US-$ 9,--
    Bewertung: Bereits die Wartezeit auf die Führung kann man sich angenehm vertreiben, indem man sich das schön hergerichtete ehemalige Haus der Besitzer ansehen kann - in der Küche gibt es sogar gratis Kaffee mit Bourbon-Geschmack, Limonade oder Wasser. Nett sind auch die Interaktionen: Die Bilder der Vorfahren sprechen zu einem, das Telefon klingelt etc - die Katze ist allerdings echt...
    Die Führung ist an sich gut gemacht, allerdings geht die Erklärung des Produktionsprozesses in meinen Augen etwas zu schnell - umso ausführlicher geht man allerdings auf die Geschichte der Brennerei ein, und auch die Abfüllung wird sehr genau erklärt. Die Führung endet mit einem angeleiteten Tasting durch 4 Bourbons - bis auf den "Makers Mark Cask Strength", der nur in der Brennerei erhältlich ist, handelt es sich allerdings um weitgehend "normale" Versionen; daher hebt sich das Tasting nicht gerade von dem in anderen Brennereien ab. Die gute Führung und das generell sehr schön hergerichtete Besucherzentrum gleichen dies und den hohen Eintrittspreis allerdings aus, daher ***.

    Town Branch Distillery (2014, ***)
    Im Pferdesport-Zentrum Lexington liegt die Town Branch Distillery - bzw. "Brewstillery", wie sie sich selbst nennt, denn der Komplex beherbergt sowohl eine Brauerei, als auch eine Brennerei. Hierbei handelt es sich um die untypischste bzw. "schottischste" Brennerei in Kentucky - es kommt kein Column-Still zum Einsatz, sondern wie in Schottland zwei Pot-Stills (die sogar aus Schottland geliefert wurden), und es wird auch kein "Sour Mash"-Verfahren durchgeführt. Die Tour besichtigt sowohl die Brennerei, als auch die Brauerei und verfügt über ein Besucherzentrum mit Gift-Shop, in dem jedoch kein Alkohol erhältlich ist. Es besteht nach der Tour die Möglichkeit, den Whiskey zu erwerben; Bier wird hier nicht verkauft.
    Besichtigung: Film, Brauerei, Fermentation-Tanks, Stills
    Dram: 4 Proben nach freier Wahl aus allen Bieren und allen Whiskeys.
    Preis: US-$ 7,--
    Bewertung: Zunächst geht es in die Brauerei, wo die Bierherstellung (die am Anfang mit der Whiskey-Herstellung identisch ist) erklärt wird. Anschließend werden (etwas zu) ausführlich die hergestellten Biere vorgestellt, und das Bier-Tasting durchgeführt. Danach geht es in die - sehr kleine - Brennerei, wo alle Phasen der Whiskey-Herstellung erläutert werden; auch die Fassreifung wird erklärt, obwohl keine Warehouses vorhanden sind. Zum Abschluss werden die erhältlichen Whiskys vorgestellt und das Whisky-Tasting findet statt.
    Die Tour ist sehr interessant, da hier einiges anders läuft, als in anderen Bourbon-Brennereien. Allerdings geht sehr viel Zeit für das Tasting und die Produkt-Präsentation drauf - wohlgemerkt bei einer bezahlten Tour, wo die Werbung an sich eher im Hintergrund stehen sollte. Im Endeffekt dauert daher die Tour zwar über eine Stunde, in der allerdings dennoch nicht so viel und ausführlich erklärt werden kann, wie in etlichen anderen Brennereien. Vier Getränke zur Probe sind dagegen großzügig, zumal man freie Auswahl zwischen allen Whiskeys und Bieren hat. Daher: ***.
    Willett Distillery (2014, ****)
    Am südlichen Ortsausgang von Bardstown liegt mit der Willett-Distillery ein deutlicher Gegensatz zum kaum 1km entfernten Nachbarn "Heaven Hill": Ist letzteres eine Großbrennerei, handelt es sich bei Willett um eine ganz kleine, familiengeführte Brennerei, die nur einen Bruchteil der Mengen ihres riesigen Nachbarn herstellt. ACHTUNG: Die Brennerei produziert erst seit kurzem wieder; länger gereifte Produkte wurden nicht hier destilliert, sondern von Fremd-Brennereien zugekauft (was leider nicht so deutlich zum Ausdruck kommt). Kleiner Shop und Besucherzentrum.
    Besichtigung: Fermentation-Tanks, Pot-Still (nicht der Column-Still!), Filling-Store, Warehouse
    Dram: Willett Pot Still Bourbon, sowie ein weiteres Produkt der Brennerei aus einer größeren Auswahl
    Fotografie: Erlaubt.
    Preis: US-$ 7,--
    Bewertung: Eine Führung mit "Herzblut" - hier lebt man für den Bourbon, und das merkt man dem Personal auch deutlich an. Die Erklärungen sind sehr ausführlich gehalten; wie häufig kann der Column-Still leider nicht besichtigt werden. Die Tour ohne Tasting nimmt eine Stunde Zeit in Anspruch - gerade bei einer kleinen Brennerei ist das sehr viel, woran man bereits merkt, wie wichtig der Brennerei die Besucher-Erfahrung ist. Die beiden Drams sind dagegen eher weniger als der Brennerei-Durchschnitt; aufgrund der sehr überzeugenden Führung erhält die Tour dennoch eine überdurchschnittliche Bewertung von ****.

    Woodford Reserve (2014, **)
    Ebenfalls bei Frankfort liegt die Woodford Reserve Distillery. Dies ist die "irischste" unter allen Brennereien in Kentucky, da man dreifach in Pot-Stills brennt. Die Brennerei liegt sehr schön in einer Senke; das Besucherzentrum mit Shop liegt auf einem Hügel daneben. Ein Shop und eine kleine Snack-Bar sind vorhanden.
    Besichtigung: Cooker, Fermentation-Tanks, Stills, Bottlings, Warehouse
    Dram: Woodford Reserve und Woodford Reserve mit Nachreifung.
    Fotografie: Erlaubt, innerhalb der Gebäude allerdings nur ohne Blitz.
    Preis: US-$ 10,--
    Bewertung: Leider bietet der überdurchschnittliche Eintrittspreis nicht das, was man erwarten würde: Natürlich ist das Übertönen der Produktionsgeräusche durch den Guide professionell mit einem "Knopf im Ohr" für jeden Besucher gelöst, das Besucherzentrum wirkt hochklassig und das ganze Gelände sehr gepflegt. Die Tour ist dagegen leider nur eine "Standard-Industrieführung". Ja, sie ist vollständig. Ja, der Guide hat etwas Ahnung von der Sache. Allerdings fehlt das Herzblut komplett - weitergehende Fragen können oft nicht beantwortet werden, und die Erläuterungen wirken eher wie auswendig abgespult als wie von den Grundlagen her gelernt. Die beiden Drams werden immerhin mit Anleitung verkostet, sind aber üblich-klein, so dass auch dies unter dem Durchschnitt liegt - bei einem überdurchschnittlichen Preis sollten mehr als zwei oder wenigstens höherwertige Whiskeys bzw. größere Drams drin sein. Wenn man vergleicht, was für eine hervorragende Besuchererfahrung Jim Beam für den gleichen Preis bietet, ist Woodford Reserve wenig überzeugend. Für diese bestenfalls durchschnittliche Tour zu einem überdurchschnittlichen Preis gibt es daher nur **.

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    Brennerei-Besichtigungen in Schottland
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